Abschlussbericht von Theresa Pieper


Königstein, 12.08.2017

Mein Name ist Theresa Pieper und ich habe das letzte Jahr als Freiwillige an der EPA verbracht.

Da mein Spanisch anfangs nicht sehr gut war, habe ich in meinen ersten Monaten als Hilfe der Lehrer im Gruppenunterricht bzw. den Ensembles und besonders im Büro gearbeitet. Schnell habe ich dann aber meinen eigenen Theaterworkshop und die musikalische Früherziehung übernommen und vor allem im zweiten Halbjahr Geigenunterricht. Außerdem habe ich weiterhin in vielen Ensembles mit Geige oder Posaune mitgespielt.

Ich habe unglaublich viel gelernt. Nicht nur Spanisch, Musikalisches oder wie ich am besten mit Kleinkindern oder Jugendlichen im Gruppen- oder Einzelunterricht umgehe, sondern hauptsächlich sehr viel über das Land, die Mentalität der Chilenen und über mich selbst. Chile und die Menschen, die ich getroffen habe, haben mir so vieles beigebracht, für das ich dankbar bin, und ich bin insgesamt zu einem viel offeneren, toleranteren und umsichtigeren Menschen geworden.

An der Schule habe ich mich immer sehr gut aufgehoben gefühlt. Die sehr freundliche und herzliche Art der Chilenen hat mich beeindruckt und mich zum Nachdenken gebracht. Ich bin begeistert davon, dass trotz weniger materiellem Besitz und teilweise wirklicher Armut, die Lebensqualität sehr hoch ist. Es wird gelacht, musiziert, Kultur gelebt und vor allem auf den Mitmenschen geachtet und nicht nur auf sich selbst. Chile hat mir gezeigt, mich mehr auf das zu konzentrieren, was ich bereits habe, ein bisschen mehr im Moment zu leben, das Leben nicht zu ernst zu nehmen und insbesondere die Menschen um mich herum wertzuschätzen, und dies dann auch einfach zu zeigen.

Auch der Unterricht mit den Kindern hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war toll und sehr motivierend zu sehen, dass meine Arbeit auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Kinder haben alles aufgesaugt, was sie nur lernen konnten, sind länger im Unterricht geblieben, um schwere Stellen zu üben etc., was ich aus Deutschland so nicht kenne. Sehr gefreut habe ich mich immer über Kinder, von denen ich wusste, dass sie es schwer zu Hause haben. Gerade auch im Gruppenunterricht, wie dem Theater oder der musikalischen Früherziehung, sind sie regelrecht aufgeblüht.

Zurück nach Deutschland bin ich mit einem Koffer voller toller Erinnerungen und Erfahrungen gekommen, mit Kontakten zu unglaublich tollen Personen, die mir sehr viel bedeuten und dem Wunsch, so schnell wie möglich wieder nach Chile zurückzukehren.

Sehr freue ich mich schon auf Oktober, wenn das lateinamerikanische Orchester der EPA nach Deutschland und Luxemburg kommt und ich alle wieder sehen kann.

An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei Michaela und Eduardo bedanken, die mit ihrem tollen Projekt nicht nur den Kindern in Chile, sondern auch mir außerordentlich viel ermöglicht haben.

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