Victor Jara Skulptur auf ihrem Weg nach Chile


Verabschiedung Skulptur Victor Jara, Musikensemble, ganz re. Künstler Prof. Eberhard Linke Foto: BK/Axel Schmitz

Der chilenische Liedersänger Victor Jara unterstützte in den 70er Jahren mit seiner Musik den Kampf für soziale Gerechtigkeit der Regierung von Salvador Allende. 1973 wurde er wenige Tage nach dem Militärputsch im Nationalstadion von Santiago gefoltert und ermordet.

Der Bildhauer Eberhard Linke erschuf in Jara´s Andenken 1978 die Skulptur „Landschaft mit totem Sänger“. Er sagt dazu: ‚„Die Sache hat mich sehr bewegt. Aus Mitempfindung habe ich die Plastik gemacht. Aber es dauerte fünf Jahre, bis ich eine Idee hatte, wie ich das realisiere. Deshalb ist die Plastik so, als hätten sich die Sedimente schon über die Figur abgelagert. (…) Das kleine Schiff auf dem Meer oben ist eine Art zeitliche Perspektive, die zeigt, dass das Ereignis schon lange vorbei, aber immer noch präsent ist.“

Bei einer Veranstaltung von ELAN e.V. lernten Eduardo Cisternas und Michaela Weyand vom Förderverein CREARTE e.V. Elke Scheiner vom Verein afemdi – projekte Deutschland e.V. kennen, die ihnen von dem Wunsch Eberhard Linkes berichtete, seine Skulptur einem Museum in Chile zu schenken, damit sie in dem südamerikanischen Land dauerhaft ausgestellt wird. Bei einem ihrer Aufenthalte 2018 in Chile stellten sie den Kontakt zu der Stiftung Victor Jara in Santiago her und trafen dort auch seine Witwe Joan Jara.

Am zweiten August 2020 wurde die Skulptur in Gabsheim bei Alzey mit einem kleinen Konzert unter Beteiligung von Mitgliedern des Projektchors Coro Canto Köln verabschiedet. Seit den ersten Vorbereitungen ist Zeit vergangen. Um die Schenkung durchführen zu können, waren die notariellen Formalitäten sowie die Klärung des Transportweges und der Zollabfertigung notwendig. Sie begibt sich nun auf Schiffsreise über den pazifischen Ozean in ihr Bestimmungsland Chile.

Das Land befindet sich gerade in einem historisch wichtigen Moment. Seit Oktober 2019 gehen dort Tausende von Menschen auf die Straße, um für eine sozial gerechtere Gesellschaft und eine Überwindung des neoliberalen Wirtschaftsmodells zu demonstrieren. Sie haben erreicht, dass in einem Plebiszit im Oktober 2020 der Weg für eine neue Verfassung freigegeben wurde.

Die Initiative zeigt, dass Musik, Kunst und Kultur in der Lage sind, Menschen über Kontinente und Jahrzehnte hinweg zu berühren, zu bewegen und miteinander in Verbindung zu bringen. Aus Anlass des Empfangs der Skulptur soll in der Victor Jara Stiftung ein kulturelles Event stattfinden. Zum Abschluss des Projektes wird es 2021 im Mainzer Raum themenbezogene Veranstaltungen wie Konzerte, Workshops und Filmvorführungen geben.

Der Förderverein sucht nach Finanzierungsmöglichkeiten und Kontakten, damit dieses Projekt von einem professionellen Filmemacher begleitet wird. Es soll ein Dokumentarfilm entstehen, der auch für Bildungsveranstaltungen verwendet werden kann. 

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